Auf einer Reise in die USA las ich in einer amerikanischen Fachzeitschrift einen Artikel über Neurofeedback. Die Vorstellung, Gehirnaktivität zu messen und durch Rückmeldung einen Lernprozess zu ermöglichen, begeisterte mich sofort. Ich spürte, dass dieser Ansatz meine Arbeit entscheidend erweitern könnte.
Ich wollte besser verstehen, welche neurophysiologischen Prozesse mit den Schwierigkeiten meiner Patienten zusammenhängen. Neurofeedback eröffnete mir die Möglichkeit, neben dem beobachtbaren Verhalten auch messbare Aspekte der Gehirnaktivität einzubeziehen.
Auf einer internationalen Konferenz lernte ich das Verfahren näher kennen und durfte Pionieren wie Barry Sterman, Joel Lubar und Joe Kamiya persönlich begegnen. Von Menschen zu lernen, die dieses Gebiet entscheidend mitgeprägt hatten, war für mich etwas Besonderes. Diese Begegnungen bestärkten mich, mich intensiv mit Neurofeedback zu beschäftigen.
Als einer der frühen Neurofeedback-Therapeuten in Deutschland war ich bei den ersten Anwendungen trotzdem unsicher. Ich hatte Erfahrung als Ergotherapeut, musste hier aber vieles neu lernen, genau beobachten und meine Entscheidungen überprüfen.
Was mir Mut machte, waren die Veränderungen, die ich bei meinen Patienten erlebte. Manche Entwicklungen hatte ich in meiner bisherigen therapeutischen Arbeit so noch nicht gesehen. Dazu kamen Rückmeldungen von Ärzten und Lehrern. Dass Veränderungen auch außerhalb der Praxis wahrgenommen wurden, bedeutete mir viel.
Natürlich ist Neurofeedback nicht die einzige Methode, und nicht jeder Mensch reagiert gleich darauf. Doch diese Erfahrungen motivierten mich, weiterzulernen. Das quantitative EEG, kurz QEEG, wurde zunehmend wichtig. Ich wollte Gehirnaktivität differenzierter verstehen, Messfehler und Artefakte erkennen und meine Entscheidungen fachlich besser begründen können.
Es folgten intensive Weiterbildungen, internationaler Austausch und meine Qualifikationen als BCIA-zertifizierter Neurofeedback-Therapeut und QEEG-Diplomate des International QEEG Certification Board.